Wenn wir uns wieder einmal im Wege stehen … ein ganz normaler Ostersamstag

2019-04-20

Wenn wir uns mal wieder selbst im Wege stehen

Wir schreiben das Jahr 2019. Es ist Ostersamstag. Es ist also jener Tag zwischen Karfreitag und Ostersonntag, an dem man in der Tat oft nicht weiß, ist man nun Fisch oder Fleisch.

Und dieser Spruch passt auch noch so gut, weil zum Karfreitag noch gefastet wird, maximal Fisch verzehrt werden soll und die Fastenzeit am Ostersonntag aufhört und man wieder so richtig nach Herzenslust schlemmen darf.

Viele Menschen fahren über die Osterfeiertage in Urlaub, nutzen die alljährliche Gelegenheit aus, mit nur acht Urlaubstagen gleich bis zu 16 Tage frei haben zu können. Andere Menschen bleiben zu Hause und genießen es, dass so viele andere Menschen weggefahren sind, wodurch auch die alltägliche Hektik am Heimatort ein wenig weniger wird.

Wie auch immer man diese Ostertage verbringt, der Ostersamstag ist irgendwie seltsam.

Da war gestern dieser extremen Feiertag, ein sogenannter stiller Feiertag. An ihm soll weder gefeiert, Musik gehört, üppig -wenn überhaupt- gegessen werden. Vielmehr soll man sich seinem eigenen Ich zuwenden und still und leise innehalten.

Morgen ist dann Ostersonntag und darauf Ostermontag. Beide Tage sind Feiertage und somit für die meisten Menschen arbeitsfrei. An ihnen werden dann ähnlich wie zu Weihnachten die Familien besucht, Geschenke gesucht und gefunden und Freizeitaktivitäten unternommen. Letzteres gilt vor allem dann, wenn wie heute das Wetter schon einem Sommertag gleicht.

Der Ostersamstag aber ist ein normaler Werktag und liegt genau dazwischen. Heute ist die Welt fast schon wieder ungewohnt laut und hektisch. Wer wie wir in der Stadt wohnt, kommt nicht umher, die tausenden von Autos zu hören, welche aufgeregt von Ziel zu Ziel fahren, um Einkäufe ihrer Besitzer zu ermöglichen.

Wie so oft hat man das Gefühl, bei zwei aufeinanderfolgenden Feiertagen könnte das Volk verhungern, deckt es sich nicht heute noch mit allerlei Überfluss ein.

Also rauscht die Luft von den sich ohne Hindernisse ausbreitenden Schallwellen, welche die ohrenbetäubenden Geräusche rollender Reifen, aufheulender Motoren, knatternder Mofa’s und vielem mehr bis auch in die winzigsten Winkel der eng bebauten Städte bringen und uns gleichsam einer Mahnung den eigenen Irrsinn unserer viel zu hektischen Zeit hinhalten. Es scheint, als sprächen sie zu uns: „Schaut, was Ihr Euch selbst antut:“

Seltsam sind wir Menschen schon. Da bekommen wir vier Tage hintereinander geschenkt, an denen wir frei haben. Und doch stürzen wir uns in Erlebnisse, müssen den Garten machen, wollen irgendetwas sehen oder tun. Nur Ruhe können wir nicht ertragen und verteidigen uns mit dem sarkastischen Spruch, Ruhe habe man noch genug, wenn man gestorben sei.

Und so nutzen wir die Zeit eben nicht, meist noch nicht einmal einen Tag, um in uns selbst einzukehren oder hineinzuhorchen, was wir ganz allein für uns denn vielleicht wirklich wollen… oder brauchen.

Diese Welt ist unruhig, laut, hektisch und zehrt mit allem, was wir doch angeblich noch so erleben „müssen“ stetig von allen Seiten an uns herum. Doch diese eine Chance anzuhalten, uns zu besinnen, auszuruhen, wollen wir nicht erkennen noch nutzen, so klar sie sich auch vor uns stellt.

Denn wir selbst stehen uns dabei im Wege…

Vielleicht also halten wir heute, morgen oder übermorgen doch einmal inne, halten an und genießen einfach, was wir haben, wer wir sind und erhalten als Ostergeschenk dann eine kleine Insel der Ruhe und Zufriedenheit!

Frohe Ostern!

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