Warum alles etwas ausmacht – andachten.tv #45

Bild: K.-U. Häßler / fotolia.de

Bild: K.-U. Häßler / fotolia.de

In dem Leben von vielen Menschen scheint irgendetwas nicht zu funktionieren. Warum sonst gäbe es diese unsägliche Flut an Selbsthilfebüchern, -artikeln und -sendungen. Überall wird propagiert, wir müssten etwas ändern, das große Rad im Leben drehen, unsere wahre bestimmung finden und und und.

Doch die meisten Menschen scheitern bereits an alltäglichen Dingen, an der Ordnung im eigenen Haus, der Ordnung der eigenen Finanzen. Wo bitte soll man da noch in der Lage sein, über den Sinn des eigenen Lebens nachzudenken, wenn man stetig damit beschäftigt ist, schon kleinste Dinge zu regeln.

Zugegeben: Viele Menschen machen sich im wahrsten Sinne des Wortes ihre Hölle selbst. Sie sind mit Partnern und Partnerinnen zusammen, obwohl sie nicht miteinander klarkommen, nur um nicht alleine zu sein. Sie umgeben sich mit Hab und Gut, welches das Denken nur noch verstopft, keinen Raum mehr lässt für wahre Freizeit, weil man damit so sehr beschäftigt ist, diese Dinge, die man um sich geschart hat, zu ordnen. Hier geht so viel Energie drauf, dass man keine Energie mehr frei hat, um sich die berühmte Auszeit zu nehmen und einmal über alles nachzudenken.

Spricht man mit diesen Menschen, erfährt man oft, man habe eben keine Zeit, dieses oder jenes zu tun und außerdem -jetzt kommt das Totschlagargument- ändere diese Kleinigkeit ja ohnehin nichts. Man müsse wohl erst im Lotto gewinnen, um sich endlich einmal alles leisten zu können, was man möchte.

Doch hier irrt der Mensch.

Nicht, aber auch gar nichts von dem, was wir tagtäglich tun, geschieht ohne Wirkung. Alles wirkt sich irgendwie aus.

Natürlich können wir bei großen Bewegungen eher etwas sehen und wahrnehmen, als wenn nur Kleinigkeiten geändert werden.

Doch es benötigt meist nicht viel und schon gar nicht große Sprünge, um den für sich selbst richtigen Weg im Leben einzuschlagen.

Ist etwas unordentlich, hilft es nicht, darüber zu jammern, wie man dies alles schaffen soll und zu lamentieren, dass der kleine Papierstapel, welchen man weggeräumt hat, gar nicht auffalle.

Doch … denn schon dann hat sich etwas verändert. Nicht viel, aber etwas. Mit dem nächsten kleinen Papierstapel ändert sich noch etwas. Und mit dem nächsten wieder etwas … und so weiter und so fort. Und ehe man sich versieht, ist das Zimmer plötzlich ordentlich.

Diese Metapher, welche vielleicht nicht auf alle Menschen zutrifft und nur die gegenständliche Ordnung um uns herum betrifft, ist aber ein Sinnbild für alles in unserem Leben. Sei es das eigene Denken, die Gesundheit, die bessere Ernährung oder auch die gesamte Weltordnung. Alles kann in winzig kleinen Schritten geändert werden. Erst bemerkt man vielleicht gar nichts. Doch irgendwann entstehen Lichtblicke, andere um uns herum bemerken auch etwas und fangen selbst an, die Ordnung zu schaffen, welche wir alle haben wollen und schon potentiert sich das, was mit kleinsten Schritten angefangen hat und wird zu einer der ganz großen Geschichten.

Wir müssen nicht direkt die Welt verändern. Es reicht, bei uns selbst anzufangen. Die Ordnung, welche ich dabei so oft erwähnt habe, steht für die ordnung unserer Dinge. Wir müssen damit nicht zum „Spießer“ werden, wo alles im rechten Winkel liegt und nichts mehr unaufgeräumt sein darf. Darum geht es nicht. Es geht darum, das zu ordnen, was uns wichtig ist. Seien es die eigenen Gedanken, die eigene Gesundheit, die eigenen Finanzen, das eigene Selbstbild, die eigene Partnerschaft.

Alles im Leben will seine Ordnung haben. Und die fängt bei den kleinsten Kleinigkeiten an.

Wenn wir das aber beachten und uns bei allen unseren Handlungen daran orientieren, wie wir es gerne hätten, wie es gut werden kann, dann ändert selbst ein einziger Gedanke, den wir verwerfen, weil er nicht zu unserer großen Ordnung passt, schon vielleicht unser ganzes Leben.

Fangen wir an. Jetzt. Denn auch die Sekunden, die ansonsten ungenutzt ins Land ziehen, zählen für unser Leben.

Text: Thorsten Haßiepen
Bild: K.-U. Häßler / fotolia.de

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s