Oh je, wie im Kindergarten – andachten.tv #44

Bild: Digproof / fotolia.de

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Wer je ein Ehrenamt zum Beispiel im Vorstand irgendeines Vereins innehatte, weiß wovon ich spreche.

Etliche Personen mit vermeintlich gleichem Ziel haben sich dort versammelt, um dem Zwecke des Vereins zu dienen. Meist einmal monatlich sitzen sie zusammen, um zu diskutieren, zu regeln, zu verbessern, zu helfen und sich gegenseitig zu versichern, wie sehr man an dem Wohl des Ganzen interessiert sei.

Doch an und ab klingen auch ganz andere Töne durch. Dann wird nicht diskutiert, sondern regelrecht gestritten, wobei regelrecht nicht gleich regelgerecht ist. Es schimmern eigene Interessen der einzelnen Personen durch und oft endet die anfängliche Diskussion im Streit und persönlichen Anwürfen, welche oft an Streitigkeiten eines Kindergartens erinnern.

Doch all’ das scheint noch nicht genug und man sieht sich plötzlich Vorwürfen ausgesetzt, bekommt Dinge unterstellt, an die man zuvor im Traum noch nicht gedacht hatte. Und plötzlich steht es vor einem und man mag es kaum glauben.

Auch Diskussionen ufern meist aus und ergehen sich in einem hin- und herwälzen von -jedenfalls für den Redner- tollen Argumenten, die sich in den weiteren Wortbeiträgen dann in abgewandelter Form immer und immer und immer und immer und immer wieder wiederholen.

Ach, was ist es schön…

Doch manchmal bekommt man sich etwas geschafft und dann wird hin und wieder wirklich Großes auf die Beine gestellt. Da wird Menschen geholfen, ein neuer Spielplatz gebaut, Sport gefordert und Kindern etwas vorgelesen. Das sind fantastische Errungenschaften, die es laut zu loben gilt.

Und doch wird alles immer wieder von internen Querelen überlagert, über welche Externe sich dann auch noch gekonnt das Maul zerreißen. Doch mitmachen… lieber nicht. Aus der Ferne lässt es sich viel besser beurteilen. Oder sollte ich sagen: „kritisieren“?

Der Ehrenamtler -und natürlich ist damit auch die Ehrenamtlerin- gemeint, ist Hohn und Spott ausgesetzt. Und ohne sie, was wäre diese Gesellschaft ohne sie?

Doch es scheint zu gelten, was einst schon Wilhelm Busch als Autor nachgesagt wird:

Nur kein Ehrenamt

Willst Du froh und glücklich leben,
laß kein Ehrenamt dir geben!
Willst du nicht zu früh ins Grab
lehne jedes Amt gleich ab!

Wieviel Mühen, Sorgen, Plagen
wieviel Ärger mußt Du tragen;
gibst viel Geld aus, opferst Zeit –
und der Lohn? Undankbarkeit!

Ohne Amt lebst Du so friedlich
und so ruhig und so gemütlich,
Du sparst Kraft und Geld und Zeit,
wirst geachtet weit und breit.

So ein Amt bringt niemals Ehre,
denn der Klatschsucht scharfe Schere
schneidet boshaft Dir, schnipp-schnapp,
Deine Ehre vielfach ab.

Willst du froh und glücklich leben,
laß kein Ehrenamt dir geben!
Willst du nicht zu früh ins Grab
lehne jedes Amt gleich ab!

Selbst Dein Ruf geht Dir verloren,
wirst beschmutzt vor Tür und Toren,
und es macht ihn oberfaul
jedes ungewaschne Maul!

Drum, so rat ich Dir im Treuen:
willst Du Weib (Mann) und Kind erfreuen,
soll Dein Kopf Dir nicht mehr brummen,
laß das Amt doch and’ren Dummen.

Und trotzdem liebe Leut’, kann so ein Ehrenamt auch Spaß machen… 🙂

Macht etwas, dass euch begeistert. Dann könnt ihr wenigstens berechtigt mitreden.

Text: Thorsten Haßiepen
Bild: Digproof / fotolia.de

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