Dankbarkeit – andachten.tv #39

Bild: Sonja Calovini / fotolia.de

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Als ich über die heutige Andacht nachgedacht und sie geschrieben habe, saß ich nachmittags bereits drei Stunden in einem Tierpark unter freiem Himmel. Es war für die herbstlichen Tage noch recht warm und mit einem Pullover konnte man es tatäschlich gut draußen aushalten.

Ich hatte mir meine gesamte Technik mitgenommen, so dass ich in der Lage war, mich auf eine der Bänke mit einem kleinen Tisch davor hinzusetzen und über eine Fernwartungsverbindung meiner Arbeit nachzugehen, als säße ich zu Hause im Büro.

Ich konnte meine Post erledigen, Anweisungen mit dem Sekretariat austauschen, Telefonate führen. Und dabei konnte ich das wunderbare Wetter, die frische Luft und den herrlichen Sonnenschein genießen. An diesem Tag war auch kaum etwas los in dem Park, so dass ich anfangs fast vollkommen allein mit meinem Hund die Ruhe und gelegentlichen Schreie und Rufe der vielen Tiere in dem Park genießen konnte. Auch später wurde es nicht wirklich voller und tobende, kreischende und spielende Kinder empfinde ich ohnehin viel mehr als Bereichung anstatt als Belästigung.

In der Mittagspause nahm ich ein kleines, vielleicht nicht allzu gesundes Mahl in der Kantine des Parks ein, trank gemütlich meinen Kaffee und konnte dazwischen auch ein wenig spazierengehen, wenn ich zu lange und zu steif an meinem „Schreibtisch“ gehockt hatte.

Kurzum … mir ging es richtig gut!

In diesen Zeiten finde ich auch immer wieder Ruhe, mich den im Alltag oft auf der Strecke bleibenden Dingen, welche mich hoffentlich vorwärts bringen in meinem Leben, widmen zu können und über allerhand Sachen einmal intensiv nachdenken zu können.

So kam ich abends mit gefüllten digitalen Notizbüchern und vielen neuen Ideen und vor allem tatenschwanger nach Hause und freute mich ebenso, wieder bei meiner Familie sein zu können.

Dabei spürte ich in mir eine riesige Dankbarkeit. Dankbarkeit dafür, einen solch’ schönen Tag verbringen zu dürfen und die Möglichkeit zu haben, mir Zeit für die wichtigen Dinge in meinem Leben nehmen zu können, mich auf das konzentrieren zu dürfen, was mir Spaß macht, was meine Leidenschaft ist.

Ich habe einen wundervollen Beruf, den ich absolut gerne ausübe. Mit nichts und niemandem in der Welt möchte ich tauschen. Und meine Familie macht mich glücklich. Was für ein Geschenk.

All’ das ist keine Selbstverständlichkeit, auch nicht in unserem Land, in welchem es uns doch eigentlich fast allen gut geht, jedenfalls im Vergleich zu dem Rest der Welt.

Schauen Sie sich um und entdecken Sie, welche großartigen Möglichkeiten wir haben und wie gesegnet wir alle sind, in einem westlichen Industrieland geboren und aufgewachsen zu sein.

Nein, diese Tatsache macht uns nicht zu besseren Menschen und wir können uns auch nichts darauf einbilden.

Was wir aber können ist das:
Wir können uns frei entfalten. Wir haben alle Möglichkeiten, die wir uns nur erträumen können.

Vielleicht wird uns nichts geschenkt, aber es ist alles wesentlich leichter, als wäre man in einem Land mit einem unterdrückenden Regime, einer Diktatur oder einem Land ohne Meinungsfreiheit aufgewachsen.

Für diesen Umstand sollten wir stets dankbar sein und ihn uns immer wieder bewusst machen. Dies gilt vor allem für jene Zeiten, in welchen wir auf „unser Schicksal“ oder gar „unser Land“ schimpfen, weil hier alles so schief zu laufen scheint.

Stellen Sie sich ihre jetzige Situation vor, mögen sie diese für noch so schlimm empfinden und verlegen Sie Ihr Leben in eines der armen Länder dieser Welt, wo es noch nicht einmal Essen oder ausreichend gutes Wasser gibt. Wieviel schlimmer wäre Ihre derzeitige Situation dort?

Natürlich gibt es Phasen im Leben, Schicksalsschläge durch Krankheit, Unfall oder andere Dinge, welche unser Leben zur Hölle machen und wir wünschten, diese Last fiele einfach nur endlich von uns ab.

Doch wir hier in unseren Ländern haben wenigstens die Chance, daran etwas aus unserem eigenen freien Willen zu ändern. Wir können es angehen und uns darum kümmern. Das soziale Netz federt wenigstens die schlimmsten Dinge ab.

Ich verschließe nicht die Augen davor, dass es viele schlimme Dinge auch bei uns gibt, Ungerechtigkeit, Gewalt und andere schlimme Ereignisse.

Auch gibt es sicherlich noch viel zu tun und zu verbessern.

Und doch bin ich dankbar, hier geboren zu sein und die Chance auf ein erfülltes Leben durch den bloßen Zufall des Ortes meiner Geburt mit auf meinen Weg gegeben bekommen zu haben.

Jeden Tag wollen wir dafür dankbar sein und aus dieser Dankbarkeit heraus unser Leben wirklich leben.

Lassen wir uns nicht einfach treiben, die Chancen an uns vorbeiziehen. Sitzen wir nicht einfach nur herum und sind Beobachter von Leben anderer Menschen.

Blenden wir den uns manchmal heimsuchenden Neid aus. Auch uns, egal wie es uns jetzt in dieser Sekunde zu gehen scheint, ist die einmalige Chance auf ein erfülltes und großartiges Leben gegeben worden. Nein, es wird uns nichts geschenkt, aber es wird uns bereitgestellt. Wir müssen die Früchte nur pflücken und uns um die Bäume und Sträucher, an denen sie wachsen kümmern. Alles, was wir dazu brauchen jedoch, haben wir auf unseren Lebensweg mitbekommen.

Nutzen wir unsere Chance.

Nehmen wir uns jeden Tag ein paar Minuten Zeit, um dankbar dafür zu sein, diese Möglichkeiten zu haben.

Und dann … leben wir!

Text: Thorsten Haßiepen
Bild: Sonja Calovini / fotolia.de

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