Warum jeder Mensch die Liebe braucht

Bild: masson / fotolia.de

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Es gibt viele Menschen, die von Kindheit an zurückgewiesen werden.

„Du nervst!“, „Geh mir aus den Augen!“ oder „Verschwinde endlich!“, sind Worte, die diese Menschen von klein auf zu oft hören und gehört haben.

Diese Worte verletzen ihr Herz und noch viel tiefer ihre Seele. Solche Worte sitzen, besser: Sie setzen sich hin. Sie schlagen Wurzeln und treiben später aus. Leider aber werden daraus keine blühenden Blumen, sondern eher knorrige alte Bäume, die mit ihren festen und starren Trieben sich durch jedwede innere Sperrwand bohren, um sich weiter auszubreiten.

Wie sehr wünschte sich so manches Kind, es werde mehr gelobt, mehr anerkannt, ihm werde mehr zugehört. Nein, einem Kind wird es natürlich niemals genug, gelobt zu werden. Es ist ihm auch egal, wofür das Lob erteilt wird. Es hört es einfach gerne und es tröstet sein kleines Herz, welches so sehr damit beschäftigt ist, sich in dieser oft unwirtlich erscheinenden Welt zurechtzufinden.

Für diese Menschen sind auch in späteren Jahren gute Worte ein wahrer Segen. Sie beruhigen ihre Gedanken und salben ihre Seele. Meist können Menschen, die als Kind viel Ablehnung verspürt haben auch später kaum genug Zuwendung bekommen. Sie lechzen nach mehr, immer mehr. Doch ist es kein Übermaß, keine Unkenntnis der Grenzen, sondern ein Bedürfnis nach Anerkennung, nach Berührung, nach Liebe. Was ihnen in der Kindheit nicht gegeben wurde, suchen sie sozusagen in kürzester Zeit in ihrem Erwachsenenleben nachzuholen. Die Zeit scheint ihnen immer zu kurz, um all’ jene Hinwendungen zu erfahren, welche ihnen früher so schmerzlich entzogen blieb.

Segensworte sind daher nicht nur in der religiösen Welt zu Hause. Sie können auch nicht nur von eigens hierfür berufenen Personen gesprochen werden. Segensworte können durch uns alle und an uns alle wie ein Geschenk übergeben werden. Sie sind frei und kostenlos und vor allem in unendlicher Anzahl verfügbar. Es gibt niemals ein endliches Maß an ihnen. Je mehr sie ausgesprochen werden, je mehr breiten sie sich unter uns und vor allem in uns aus. Sie sind ein Quell ungeheuren Reichtums für unsere Seelen.

Probieren Sie es aus. Sie brauchen noch nicht einmal segnend die Hände dem anderen Menschen auf den Kopf zu legen, obwohl dies tatsächlich durch die einhergehende Berührung die Wirkung so mancher Segensworte erheblich zu verstärken mag.

Schauen Sie den anderen Menschen an und wünschen Sie ihm oder ihr aus tiefstem Herzen alles Gute, die Erfüllung seiner geheimen Sehnsüchte, Glück, Zufriedenheit, Gesundheit und sprechen Sie diese Wünsche aus. Ein paar kurze Worte reichen völlig. Sie brauchen keine Predigt halten.

Der andere Mensch wird diese Worte dankbar annehmen, auch wenn er oder sie vielleicht zunächst etwas verwundert ist, was da passiert. Doch Ihre Zuwendung wird ihm guttun, wird ihm helfen, sich reicher, sich voller und zwar voller von guten Gedanken zu fühlen.

Probieren Sie es aus. Denken Sie daran, wie es so wunderbar heißt:

„Du bist gesegnet und ein Segen sollst Du sein.“


Text aus: Thorsten Haßiepen, Liebe wie am ersten Tag, ISBN 978-1-542-46170-2, amazon.de
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