Frühstück bei McDonald’s

Bild: shima-risu / fotolia.de

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Ja, ich gebe es zu. Ich esse gerne bei McDonald’s.

Es mag sein, dass dies weder zeitgemäß noch politisch korrekt ist. Aber ich mache es trotzdem und zwar gern.

In den frühen Morgenstunden ist es meist sehr leer hier. Nur einige wenige Gäste verirren sich her. Einer davon bin ich.

Neben mir sitzt ein ähnlicher Arbeitsnomade, wie ich es bin. Er hat einen Becher Kaffee auf den Tisch sowie seinen Laptop und sein Handy. Er telefoniert in Ruhe, wird anrufen und tippt auf der Tastatur herum. Er sieht völlig entspannt aus.

Wir kamen kurz ins Gespräch und er schwärmt mir vor, wie sehr er es genießt, unterwegs arbeiten zu können. Es bedeutet ihm die Freiheit pur. Ungebunden sein von Ort und Zeit und trotzdem, so er möchte, erreichbar sein. Doch, ein Büro habe er auch. Dort säßen seine Kolleginnen und Kollegen und machten ihre Sachen. Sei er nicht erreichbar, nähme seine Sekretärin die Telefonate entgegen und stellte sie auch durch. Aber er könne die weite Welt genießen. Oft fahre er einfach von Ort zu Ort und arbeite, wo er gerade ausgekommen sei. Meist seien es keine großen Reisen, nur Tagesetappen. Doch es gäbe ihm die Möglichkeit, zwischendurch im Auto einmal für sich abzuschalten, weil er da nicht arbeiten könne, er konzentriere sich dann doch lieber auf die Straße.

Er habe festgestellt, wie seine Produktivität sich ganz erheblich gesteigert habe, seit er nicht mehr an seinen Bürostuhl gefesselt sei oder sich zumindest so gefühlt habe.
Es sei für ihn eine Art Abenteuer der neueren Zeit. Er gewinne viele neue Eindrücke von anderen Orten und Menschen, was ihm helfe, seine Ideen zu vervielfältigen und mehr und mehr davon jeden Tag zu bekommen.

Er sieht zufrieden aus, entspannt, innerlich und äußerlich.

Es gehe ihm die Kraft, die er eben benötige. Ja, es erfordere ein höheres Maß an Eigenorganisation. Aber das sei schnell geschafft und eine Frage der Gewohnheit. Die habe sich erstaunlicherweise sehr zügig eingestellt.

Demnächst wolle er einmal mit dem Zug einen Tag durch das Land fahren, um zu erfahren, ob dies auch eine Möglichkeit der arbeitsamen Reise sei. Er freue sich darauf.

Ach, wie sehr ich ihn beneide. Bis ich feststelle, dass ich irgendwie in einen Spiegel geschaut habe und alles das ebenso mache. Ich fahre von Ort zu Ort, fühle mich freu und kann dank der modernen Mittel und Techniken praktisch überall arbeiten.
So habe ich auch diese Zeilen auf meinem Handy während meines Frühstücks geschrieben. Dabei fühle ich mich glücklich, entspannt, fröhlich und vor allem dankbar.

Und so geht es nun weiter, auf zum nächsten Ort, auf zur nächsten neuen Erfahrung und Begegnung.

Dieses Leben ist einfach schön!


Text: Thorsten Haßiepen

Bild: shima-risu / fotolia.de

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