Glauben oder nicht glauben

 

Bild: high_resolution@fotolia.de

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Glauben oder nicht glauben?
von Thorsten Haßiepen
18.09.2016

„Sein oder nicht sein, das ist hier die Frage“, heißt es in dem weltberühmten Stück von William Shakespeare, „Hamlet“.

Fasziniert starrt dabei der Protagonist Hamlet auf einen Totenschädel, welchen er in seiner Hand hält und stellt die Fragen aller Fragen nach dem Sinn des „Seins“.

Doch auch eine andere Frage bewegt uns vor allen in diesen Tagen, in welchen sich Religionen immer wieder mit der einen absoluten Wahrheit zu übertrumpfen suchen.

Viele Menschen, vor allem in unseren westlichen Zivilisationen reiben sich verwundert die Augen und stellen sich weniger die Frage, welche Religion denn nun vermeintlich „die eine wahre Religion“ sei, sondern ob sie überhaupt noch an etwas glauben sollen.

Es ist eine große Errungenschaft unserer Zeit, in einer aufgeklärten Gesellschaft leben zu können. Es besteht eben nicht mehr die Allmacht einiger weniger Menschen, welche das Wissen für sich behalten und damit den Rest der Menschheit beherrschen können.

Nicht zuletzt durch den Buchdruck oder sein modernes Pendant, das Internet, haben alle Menschen -so sie denn einen Zugriff auf dieses Medium haben- die direkte Möglichkeit, sich über alles und jeden zu informieren. Keiner Generation vor uns war es vergönnt, so schnellen Zugriff auf praktisch alle Informationen dieser Welt zu haben und dann auch noch sofort verwenden zu können.

Uns stehen alle Türen dieser Welt, die so oft in der Geschichte der Menschheit verschlossen blieben, offen.

Wir können uns glücklich schätzen, so leben zu dürfen.

Und doch hat jedes Ding auch eine andere Seite.

Durch die Flut von Informationen sind wir oft schlicht überfordert, einschätzen zu können, was denn nun der Wahrheit entspricht und was nicht. Was sind Tatsachen, was ist erfunden, was ist von bestimmten Interessengruppen gesteuert und gezielt verbreitet?

Oft reflektieren wir das, was uns vorgesetzt wird, gar nicht erst, sondern nehmen es für bare Münze … und fallen schließlich darauf hinein.

Was gut ist und was schlecht, entscheiden wir immer mehr in der Zeitspanne eines Wimpernschlags, ohne es vielleicht noch einmal geprüft oder gegengeprüft zu haben.

Auch das ist weder gut noch schlecht an sich, es ist einfach so.

Wir sollten es uns nur immer wieder hier und da einmal bewusst machen!

Wobei wir dann wieder bei dem Thema „Glauben“ sind.

Der Glaube ist etwas fast Un(be)greifbares, etwas in uns selbst, das nur unserer eigenen und ganz persönlichen Einschätzung vorbehalten ist. Niemand kann uns unseren Glauben aufzwingen.

Natürlich werden wir jeden Tag von unserer Umgebung, unserem Umfeld, den Menschen, mit denen wir in Kontakt kommen, unseren Schulsystemen und auch von unseren Gelehrten mit bestimmten Glaubenssätzen konfrontiert und letztlich auch beeinflusst.

Doch der Glaube an sich findet in uns selbst statt. Nur in uns. Wir brauchen ihn noch nicht einmal anderen Menschen mitzuteilen oder zu verkünden.

Das, was wir wirklich glauben, was gut ist, was die Menschheit weiterbringt, was uns weiterbringt, ist tief in uns verwurzelt.

Leben wir es.

Wir haben in unserer Zeit so viele Chancen, etwas Gutes zu bewegen, mit Hoffnung, Glaube und Liebe auf andere Menschen zuzugehen, sie mitzunehmen, sie positiv zu leiten oder zu begleiten und dabei unseren Glauben zu leben.

Nutzen wir diese Chance! Leben wir! Jetzt!

Meines Erachtens ist die einzige Richtschnur, welche wir dabei wirklich beachten sollten, das Gebot der Nächstenliebe, welches es tatsächlich praktisch in allen Religionen dieser Welt gibt.

Nein, ich rufe nicht zur Ungläubigkeit auf. Ich rufe auf zur Gläubigkeit. Zur Gläubigkeit daran, dass wir Menschen gut sind, dass wir füreinander einstehen können in allen Situationen des Lebens und zur Gläubigkeit, dass es von allem auf dieser Welt genug für alle Menschen, alle Tiere, alle Pflanzen gibt. Wir müssen uns nicht zerstören. Wir können alle leben. Unser Leben, unseren Glauben … in unserer aller Welt!

Machen Sie doch einfach mit!

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