Wie kurz das Leben ist.

Heute findet wieder mein Kanzleitag in Aldenhoven statt. Ein Kanzleitag ist eine Sprechstunde außerhalb meines Büros in anderen Gemeinden, zu denen ich auf die eine oder andere Art und Weise eine besondere Verbindung habe.

Der Kanzleitag in Aldenhoven findet in Zusammenarbeit mit der dortigen evangelischen Kirche statt. Alle zwei Wochen fahre ich meist nachmittags dorthin, um mich mit neuen und alten Mandanten zu treffen. So auch heute.

Doch als ich eintreffe, wundere ich mich schon in der Straße vorher, warum so viele Fahrzeuge hier geparkt sind. Als ich in die Martinusstrasse einbiegen, ist diese rechts und links zugeparkt. Selbst in den Seitenstraßen findet man kein Plätzchen, um das Auto anzustellen. Letztlich aber ist ein Parkplatz vorhanden und ich muss zwar ein bisschen länger laufen, als geplant. Aber bei einem frischen Wind ist das auch sehr angenehm.

Als ich auf dem Gelände der Kirche ankomme, entdecke ich den Grund und sehr ein Bestattungsfahrzeug vor der Pforte der Kirche abgestellt.

»Also eine Beerdigung«, denke ich mir und gehe zu dem mir zugeteilten Raum, um mein mobiles Büro aufzubauen.

Kurz darauf fangen die Glocken an zu läuten. Hier in Aldenhoven ist es Brauch, die Glocken so kannte ihren Ruf erschallen zu lassen, bis die Bestattung auf dem zu Fuss etwa fünfhundert Meter entfernten Friedhof abgeschlossen ist. Das kann schon einmal dauern. Doch die Gemeinde hat sich entschieden, auf diese Weise einem Verstorbenen auf seinen letzten Weg die Ehre zu erweisen. Eine schöne Symbolik ist das, wie ich empfinde.

In Momenten wie diesen hält man automatisch einmal inne, um über die Vergänglichkeit des Lebens nachzudenken.

Irgendwann müssen wir alle einmal unseren letzten Weg antreten. Immer ist dies viel zu früh, vor allem, wenn man das Leben liebt.

Doch soll ich nun innehalten und darüber nachgrübeln oder soll ich vielleicht dankbar sein für mein Leben.

Ich entscheide mich für Letzteres. Die höhere Macht, die uns auf diese Welt gestellt hat, wollte sicherlich nicht, dass wir ein Leben nur in Trübsal Leben. Warum sonst hätten wir das Lachen, Glück, Freude und Liebe im Überfluss mitbekommen.

Der Verlust eines Menschen, vor allem wenn er oder sie uns besonders nahe stand, hinterlässt immer eine große Lücke. Immer, auch wenn wir ihn haben kommen sehen, kommt der Tod überraschend und verwirrt uns, erzürnt uns, lasst uns trauern.

Doch wie schon war das Leben mit diesem Menschen! Erinnern wir uns daran. Bedanken wir uns bei der höheren Macht und in Franken bei dem von uns gegangenen Menschen für die Zeit, welche wir miteinander erbringen durften uns die Erinnerung, welche uns immer bleibt.

Geben wir diesem Menschen unsere Liebe mit auf seinen Weg und lassen ihn in dieser Liebe ziehen. Ein größeres Geschenk können wir ihm nicht machen.

Seien wir auch dankbar für die Trauer, die wir empfinden, denn sie ist ein Zeichen, dass wir wirklich geliebt haben.

Wenn wir dann darüber nachdenken, wie endlich unser Leben ist, finden wir vielleicht einen Weg, es noch mehr zu genießen, es in Dankbarkeit für jeden Moment auszukosten und den Menschen, denen wir begegnen noch ein Stückchen mehr Liebe entgegen zu bringen.

Was alles wird und ist dann möglich? Die Antwort auf diese Frage macht uns Hoffnung!

Wie kurz das Leben ist … und wie schön!

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