Machtlos

Machtlos

von Thorsten Haßiepen

 

Eines der schlimmsten Gefühle, welches man im Leben haben kann, ist das der Machtlosigkeit. Neben der Angst führt dieses Gefühl dazu, uns zu suggerieren, wir seien Spielball der Umstände unseres Lebens, wir könnten selbst kaum etwas oder gar nichts beeinflussen. Mutlosigkeit, Hoffnungslosigkeit und ein enormer Mangel an Zuversichtlichkeit sind die Folge.

Meist sind es tatsächlich äußere Umstände, welche uns dieses Gefühl der Machtlosigkeit aufdrängen. Es sind meist Lebensverhältnisse der Über- und Unterordnung, bei Behörden, bei Gericht, in der Arbeitswelt, in der Familie oder einfach auch nur in unserem täglichen Leben.

Es scheint, als könnten wir uns anstrengen, wie wir wollten, wir könnten unser tägliches Arbeitspensum nicht schaffen, den Anforderungen anderer Menschen nicht gerecht werden und vor allem an der eingetretenen Situation nichts ändern.

Oft geht dies einher mit den machthabenden Menschen, die uns mit großen, weisen und manchmal gar selbstherrlichen Worten aufzeigen, wie unfähig wir selbst doch zu sein scheinen. Geradezu niedermachend reden sie von ihrem höheren Stuhl auf uns ein und belehren uns über die Welt und wie sie zu funktionieren hat.

Meist denken wir uns unseren Teil. Doch manchmal schlagen die Worte einfach zu nah an unserem Befinden ein und treffen uns nicht nur äußerlich, sondern vor allem innerlich hart. Sie zerstören zielgerichtet einen kleinen Teil unseres Selbstwertgefühls und wir selbst fügen uns in unserer Verzweiflung dann meist noch größeren Schaden zu.

In diesen Momenten können wir dem Geschehen, welches da von außen auf uns hereinprasselt kaum etwas entgegensetzen. Wir glauben daran, machtlos zu sein.

Schauen wir in solchen Zeiten aber einmal genauer hin und fragen die „herrschenden“ Personen, wie denn nun „die Kuh vom Eis“ zu bekommen sei, stellen wir erstaunt fest, wie hilflos diese Menschen selbst sind.

Sie sehen ein Problem vor sich, welches sie an unserer Person festmachen. Da sie selbst nicht weiter wissen, machen sie das, was wir alle in solchen Situationen machen. Wir zeigen auf den anderen und belehren ihn, welche Fehler er oder sie gemacht hat und warum (nur) diese Fehler dazu führen, dass die Situation ausweglos geworden ist.

Tief in ihrem Inneren, nachdem der eigene Trieb der Wichtigkeit befriedigt ist, wollen diese Menschen aber eigentlich helfen. Erstaunlicherweise ist dies umso mehr der Fall, je „mächtiger“ diese Menschen sind.

Eine einfache Frage oder Bitte um Hilfe löst dann sehr oft die Machtstrukturen auf und man befindet sich wieder auf gleicher Ebene, auf Augenhöhe. In diesen Momenten ist es mit kleinsten Schritten möglich, Lösungen zu finden und die uns gegenübersitzenden Personen wollen uns sogar dabei helfen.

Die Ergebnisse und Antworten auf unsere Fragen öffnen dabei einen völlig neuen Horizont und lassen Wege entstehen, welche wir zuvor nicht einmal in unseren kühnsten Träumen uns haben vorstellen können.

Die Machtlosigkeit, die wir manchmal fühlen, ist kein Schicksal, welchem wir uns ergeben müssen. Einfache Fragen führen aus ihr heraus. Die Machtlosigkeit spielt sich meistens nur in unseren Köpfen ab. Dabei ist es egal, wie verfahren die Situation erscheint.

Mit genügend innerem Abstand, sozusagen von außen her betrachtet, erkennen wir die notwendigen Schritte, die Fragen, die Möglichkeiten, uns wieder hochzurappeln, wieder aufzustehen und mit erhobenem Haupt weiter zu machen.

Auf diese Weise überwinden wir in unserem Leben jedwede Machtlosigkeit und können in unser Land der Hoffnung, Zuversicht, Ziele, Träume, sozusagen in unser eigenes Paradies eintreten. Hier und Heute. Jetzt!

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